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8 Tipps für den perfekten Holzschliff und richtiges Holz schleifen

In dieser Sammlung von nützlichen Tipps zum Thema Holzschliff finden Sie alles was Sie wissen müssen, um Ihr Werkstück zur gewünschten Glätte abzuschleifen, ohne Missgeschicke und Schleifspuren. Beim Holz Schleifen gibt es eigentlich nicht zu viele Hindernisse, sofern Sie einige wenige Tipps beachten.

Holz schleifen: Tipp 1: Die richtige Körnung

Die Beschaffenheit von Schleifpapier wird durch die Körnung beschrieben. Die Körnung ist eine Zahl, die beschreibt wieviele Körner auf der Oberfläche des Schleifpapiers innerhalb eines Quadratzolls sind. Eine höhere Zahl bedeutet also, dass mehr Körner auf einem Quadratzoll liegen und dass diese kleiner sind.

Das heißt also:

  • Je geringer die Körnung, desto grober das Schleifen und desto mehr Material wird abgeschliffen.
  • Je höher die Körnung, desto feiner das Schleifen und desto weniger Material wird abgeschliffen.

Aber vorsicht: Je gröber die Körnung, je tiefer sind die Kratzer, die mit jedem Schleifen entstehen! Im Folgenden finden Sie eine Liste der typischen Körnungen für bestimmte Aufgaben. Wenn Sie unerfahren sind, sollten Sie eher zu fein, als zu grob starten.

Schleifpapier Körnungen:

  • 40 – 80 Körnung: Mit einer groben Körnung können Sie schnell Material abtragen. Eine grobe Körnung bietet sich an, wenn Sie Ecke einer am Boden schleifenden Tür abschleifen möchten. Je nachdem welche Schleifmaschine Sie verwenden, sollten Sie genau darauf achten, wieviel Material Sie abtragen. Ein Bandschleifer hat eine sehr hohe Schleifleistung! Dazu später mehr.
  • 100 – 150 Körnung: Mit einer mittelgroben Körnung können Sie die meisten Aufgaben beginnen. Eine 150iger Körnung bietet sich zum Beispiel für das Holz schleifen an, sowohl bei unbehandeltem Holz als auch für das Entfernen von Lackresten.
  • 180 – 220 Körnung: Feines Schleifpapier eignet sich hervorragend um Kratzer zu entfernen, die zuvor von gröberem Schleifpapier entstanden sind. Mit einer 220iger Körnung entstehen bereits relativ feine Schleifspuren, die für den ersten Feinschliff von Holz ausreichen.
  • 320 – 400 Körnung: Mit sehr feinen Körnungen (zumindest für das Holzschleifen) können Sie kleinste Kratzer entfernen und einzelne Farbschichten dünn abtragen. Ab dieser Körnung können Sie auch harte Materialien schleifen, wie zum Beispiel Metall. Mit noch feineren Körnungen können Sie Metalle schleifen und polieren.

Um das richtige Schleifpapier auszuwählen können Sie sich auch in unserem „Schleifpapier Bereich“ umsehen, dort haben wir einige gängige und qualitativ hochwertige Schleifpapiere und Sets für Sie zusammengestellt.

Holz schleifen: Tipp 2: Von Grob zu Fein

Holz schleifen Sie voraussichtlich um Material abzutragen (z.B. um eine schleifende Tür etwas vom Boden azuheben), um Kratzer oder Unebenheiten auszubessern oder aber um Holz von anderen Materialien zu befreien, etwa um Holz von Lacken oder Farben zu trennen.

Generell sollten Sie mit einem Schleifpapier mit mittlerer Körnung (z.B. 120er) beginnen und kurz testen, ob eine gröbere Körnung sinnvoll ist. So laufen Sie nicht Gefahr mit einer zu groben Körnung direkt die Oberfläche nachhaltig zu beschädigen. Schleifen Sie Holz außerdem immer in Richtung der Holzmaserung. Nach einem ersten Test, bzw. wenn Sie bereits Erfahrung mit dem zu schleifenden Holz haben, können Sie ein gröberes Schleifpapier verwenden.

Starten Sie das eigentliche Schleifen nun mit einer groben Körnung, z.B. einer 60iger Körnung und schleifen Sie das Holz vorsichtig soweit ab, bis Sie kurz vor (!) dem gewünschten Materialabtrag angelangt sind.

Nun können Sie ein feineres Schleifpapier, wie zum Beispiel ein 120iger Schleifpapier, verwenden, um sich langsamer und feiner an das gewünschte Ziel heranzuarbeiten und bereits die Schleifspuren und Kratzer in der Maserung des Holzes zu minimieren.

Zuletzt können Sie ein sehr feines Schleifpapier (180iger Körnung oder feiner) verwenden, um die Oberfläche des Holzes von feinen Kratzern zu befreien und um das Holz für eine Lasierung oder anderen Holzschutz vorzubereiten. Beachten Sie, dass Hölzer je nach Sorte verschieden fest sind und sich daher je nach Härte des Holzes verschiedene Schleifpapierkörnungen anbieten.

Wählen Sie, wenn Sie sich unsicher sind, zunächst immer eine etwas feinere Körnung!

Insgesamt denken wir, dass man mit 3 Schleifvorgängen, das heißt 3 verschiedenen Körnungen, beim Holzschliff bereits ein sehr gutes Ergebnis erreichen kann. Bei eigenen Projekten (vornehmlich bei der Behandlung von Möbeln) verwendet der Autor gerne ein grobes 60iger Schleifpapier, gefolgt von einem mittleren (120iger/150iger), um dann mit einem feinen Schleifpapier abzuschließen. Beim Feinschliff verwendet der Autor, je nach Holzart, gerne 180iger, 220iger, gelegentlich auch feinere Schleifpapiere.

Holz abschleifen: Tipp 3: Holz befeuchten nach dem Grobschliff?

Je nachdem welchen Umwelteinflüssen das Werkstück später ausgesetzt ist, macht es Sinn es nach dem Grobschliff mit einem feuchten Schwamm etwas zu befeuchten. Bei Möbeln, wie Stühlen, Tischen oder anderen Werktstücken, welche später nicht draußen stehen oder ständig mit Nässe in Berührung kommen, ist dieser Schritt nicht unbedingt notwendig. Für Badezimmreschränke, Gartenmöbel und wenn Sie Ihr Werkstück noch mit einer Holzlasur, Holzlack o.ä. behandeln möchten, ist dieser Schritt für ein besseres Schleifergebnis wichtig.

Nehmen Sie zum befeuchten einen weichen, dicken Schwamm und verteilen Sie das Wasser dünn auf dem Werkstück. Das Holz muss lediglich leicht feucht sein und sollte nach dem Befeuchten wieder relativ schnell trocknen. Warten Sie nun, bis das Holz wieder trocken ist. Je nach Holzart können Sie nun sehen, wie sich die Holzfasern etwas abheben. Nun können Sie das Werkstück entlang der Holzmaserung fein abschleifen und erhalten ein noch feineres Schleifergebnis.

Holz schleifen: Tipp 4: Mit der Holzmaserung schleifen

 

entgegen Maserung holz schleifen

Einzigartig beim Schleifen von Holz ist, dass es eine vorgegebene Schleifrichtung gibt, die immer eingehalten werden sollte. Die Holzmaserung, also die auf der Oberfläche sichtbaren „Linien“ sind härter als das Holz dazwischen. Schleifen Sie quer über die Maserung, brechen Sie diese auf und erhalten kein feines Schleifergebnis. Es ist daher notwendig, immer in der Richtung der Maserung zu schleifen. Das ermöglicht ein gleichmäßiges und feines Schleifen.

 

Holz schleifen: Tipp 5: Nützliche Werkzeuge für das Schleifen!

Neben dem richtigen Schleifpapier und ggf. der richtigen Schleifmaschine gibt es einige weitere Dinge, die Ihnen das Schleifen von Holz erleichtern werden.

Abhängig von Ihrem Werkstück empfiehlt es sich das zu bearbeitende Objekt auf einer Werkbank oder mit Schraubzwingen zu fixieren, damit Sie sicher und ohne Wackeln schleifen können.

Besonders bei Holz, dass Nässe ausgesetzt ist, sollten Sie einen weichen Schwamm nach dem ersten Abschlidd zum befeuchten benutzen. Besonders gut eignen sich hierfür Viskoseschwämme.

Auch wenn Ihre Schleifmaschine eine Staubabsaugung besitzt, sollten Sie immer einen Handfeger parat halten. Besonders beim letzten Feinschliff entsteht sehr feiner Schleifstaub, den Sie so zwischendurch schnell entfernen können, um das Schleifergebnis zu begutachten.

Mehr zu nützlichen Werkzeugen und weiteren Dingen, die Ihnen das Schleifen von Holz erleichtern finden Sie auch in unserem Artikel „Nützliche Werkzeuge für das Schleifen von Holz“

Holz schleifen: Tipp 6: Weniger ist mehr!

Sollte dies ein eigener Tipp sein? Ja!

Häufig gibt es kleine Unebenheiten, abstehende Dellen oder Ecken, die nur leicht engerundet werden sollen. Greift man jetzt zu einem zu groben Schleifpapier oder schleift ein wenig zu intensiv über die Fläche, kann es schnell zu einer Kuhle oder Unebenheit kommen, die sich nur noch mit viel Arbeit ausgleichen lässt.

Deshalb: Schleifen Ecken, Dellen etc. besser mit feinerem Schleifpapier ab und überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie Ihrem Ziel nahe sind. Nützlich ist für solches Schleifen auch immer ein passender Schleifschwamm, den Sie günstig bestellen können!

Holz schleifen: Tipp 7: Schleifstaub

Aus gesundheitlichen Gründen ist es mittlerweile Vorschrift, dass Schleifmaschinen aller Art eine Absaugvorrichtung enthalten. Dies kann ein Beutel sein oder auch ein direkt angeschlossener Staubsauger.

In jedem Fall ist die Entfernung des Schleifstaubes aus vielerlei Hinsicht eine Vorteil. Sie können mit der Hand besser fühlen, wie glatt das Holz bereits abgeschliffen ist. Bei weniger herumliegendem Schleifstaub kann sich dieser auch nicht so einfach am Schleifpapier festsetzen und so die Schleifleistung beeinflussen.

Abgesehen davon ist Schleifstaub sehr fein und sollte nicht in Ihre Atemwege gelangen. Tragen Sie daher eine Atemmaske, sollten Sie mal keine gute Schleifstaubabsaugung vor Ort haben. Günstige Masken finden Sie bereits für wenige Euro online oder im Baumarkt!

 

Holz schleifen: Tipp 8: Nach dem Schleifen schützen!

Haben Sie das gewünschte Schleifergebnis erreicht, bietet es sich eigentlich immer an, das Holz zu versiegeln und vor Umwelteinflüssen (z.B. Nässe und Sonnenlicht) zu schützen. Dies können Sie mit Öl, Wachs, einer Lasur oder einer Lackierung tun.

Öle und Wachse empfehlen sich besonders für weniger beanspruchte Oberflächen. Der Autor verwendet Holzöl zum Beispiel für seine klassischen Lautsprecherboxen aus den 70iger Jahren, welche regelmäßig mit diesem Öl eingerieben werden.

Eine Holzlasur oder eine Lackierung von Holz bietet sich besonders an, wenn das Holz starken Umwelteinflüssen ausgesetzt ist oder anderweitig stark beansprucht wird. Außerdem neigen Lasuren und Lacke durch Ihre Abdeckfunktion dazu das Holz für einen wesentlich längeren Zeitraum zu schützen, als es ein Öl je könnte, welches eher für die Holzpflege gedacht ist.

Mehr Tipps und Informationen zu Ölen, Wachsen, Lasieren und Lackieren von Holz finden Sie in unseren Artikeln:

  • Holz richtig Lasieren
  • Holz richtig lackieren
  • Holz wachsen oder ölen?

Zusammenfassung: 8 Tipps für das Holz schleifen!

  • Verwenden Sie ein Schleifpapier, welches zu Ihrem Material passt und beginnen Sie lieber mit einer feinen, als mit einer zu groben Körnung
  • Schleifen Sie vorsichtig mit einer gröberen Körnung hin zu Ihrem gewünschten Abtrag, um dann mit einem mittleren und zuletzt feinen Schleifpapier den gewünschten Feinschliff zu erreichen
  • Nach dem ersten Grobschliff können Sie das Holz anfeuchten, um die Holzmaserung gezielt etwas anzuschleifen und insgesamt ein glatteres Schleifergebnis zu erreichen
  • Neben der Schleifmaschine und dem richtigen Schleifpapier sind auch Handbesen, Viskoseschwamm, Atemmaske und viele weitere Dinge sehr hilfreich für Ihre Gesundheit und ein gutes Schleifergebnis (und nicht zuletzt auch für die Freude am Heimwerken)
  • Schleifen Sie lieber zu wenig oder zu langsam, als zu schnell und zu viel ab.
  • Sorgen Sie für gute Belüftung und eine gute Schleifstaubabsaugung. Andernfalls ist eine Atemmaske Pflicht!
  • Schützen Sie Ihr Werkstück durch eine gute Versiegelung, sei es durch Holzöl, Holzwachs, Holzlasur oder einen Holzlack.